Studienfahrt der Klassen 9 nach Verdun

Bericht von Anne Wahl, 9b

Bilder von H.-G. Heck

Am 20. März 2026 unternahm unsere Stufe unter der Aufsicht unseres Geschichtslehrers Herr Heck, unserer Lehrerin Frau Baltes und einer, durch die Bundeswehr gestellten, Frau Hauptmann eine Studienfahrt nach Verdun, einer in Frankreich liegenden Kleinstadt in deren unmittelbarer Nähe sich eine der bekanntesten Schlachten des Ersten Weltkriegs abspielte.

Die Schlacht von Verdun hielt im Jahr 1916 ganze 300 Tage an und ist damit eine der längsten Materialschlachten der Geschichte. Namen wie „Die Hölle von Verdun“ und „Knochenmühle“ trägt sie, weil sie über 300.000 Soldaten, sowohl auf französischer, als auch deutscher Seite das Leben kostete und dabei keiner der beiden Seiten wirklich etwas brachte.

Schon im Bus fiel uns auf, dass die Landschaft um das ehemalige Schlachtfeld auch heute noch, durch das Einschlagen von Granaten und das Ausheben von Schützengräben, uneben ist. In manchen Gruben hatte sich sogar Wasser angesammelt. Auch wenn die Ereignisse der Schlacht mittlerweile fast 110 Jahre her sind, kann man ihre Folgen also auch heute noch betrachten. Unser erstes Ziel war das Museum Memorial de Verdun. Mit einem Zettel zum Ausfüllen konnten wir uns frei in dem Museum bewegen.

Das war sehr informativ, da es auch die Themen im Bezug auf die Schlacht behandelte, für deren ausführliche Behandlung im Unterricht keine Zeit vorhanden war. Wir haben viel über die genauen Vorgänge auf dem Feld und die Waffen und Werkzeuge gelernt, die genutzt worden sind. Am interessantesten aber waren die Zitate von Soldaten, welche die vielen Menschen, die wirklich unter diesen Umständen, die fast schlimmer als der Tod waren, leben mussten, für uns echter erscheinen ließen. Alle Texte im Museum waren nicht nur auf Französisch, sondern auch auf Englisch und Deutsch lesbar, das zeigt auf, dass dieses Museum jeden, egal von wo er kommt, aufklären will. Anschließend wurde uns die einzigartige Erfahrung zu Teil, auf dem Weg zum Fort Douaumont durch einen früheren Schützengraben zu gehen.

Als wir am Fort Duoaumont ankamen, einem der wichtigsten Punkte der Schlacht, führte uns die Frau Hauptmann erst außerhalb, dann innerhalb des Forts herum. Wir konnten mit unseren eigenen Augen sehen, unter welchen menschenunwürdigen Zuständen die Soldaten auf engster Fläche unterkamen. Über jeden Raum wurde uns ein kurzer Vortrag über dessen Funktion gehalten. Der bewegendste Programmpunkt der gesamten Exkursion waren das Gebeinhaus und der Soldatenfriedhof. Reihen und Reihen von Gräbern, in denen Menschen liegen, deren Tod auf diese grausame Weise nicht nötig gewesen wäre. Es fehlen einem die Worte, um zu beschreiben, wie man sich beim Anblick der aufgestapelten Knochen, der nicht identifizierten Soldaten, fühlt.

Die Form des Gebeinhauses soll ein in den Boden gerammtes Schwert darstellen. Es ist ein Zeichen dafür, den Krieg zu begraben und zur gleichen Zeit nicht zu vergessen, denn die Vergangenheit ist wichtig, um uns daran zu erinnern, was Habgier und Hass anrichten können. Frieden und dessen Erhaltung sollten unsere oberste Priorität sein. Die Schlacht von Verdun ist ein Symbol dafür, dass die Folgen eines Krieges anhalten und unwiderruflich sind. Diese Studienfahrt ist wichtig, weil sie Schüler zum Nachdenken angeregt.

Nach oben scrollen