Studienfahrt nach Verdun

Geschrieben von H. G. Heck, Bilder von H. G. Heck.

"Das Grauen noch spürbar"

Am 4. Oktober 2015 - 101 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges - begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 des Gymnasiums Birkenfeld auf eine Studienfahrt zu den Schlachtfeldern von Verdun.

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Die Fahrt führte die Stufe zunächst zum Friedenszentrum, das sich im ehemaligen Bischofspalast in der Nähe der Kathedrale befindet. Hier erhielten die Besucher durch eine sehr gut organisierte Ausstellung einen Einblick in die Auswirkungen der Schlachten und des Krieges auf die zivile Bevölkerung der Stadt und die Gesellschaft Frankreichs.

 

Bevor es dann mit den Bussen zu den Schlachtfeldern und dem Fort de Vaux weiterging, hatten die Schülerinnen und Schüler noch etwas Gelegenheit die Stadt zu erkunden. Anschließend fuhren die Gruppen - aufgeteilt auf zwei Busse - auf die der Stadt gegenüberliegenden Berghöhen, auf denen vor hundert Jahren eine der blutigsten Schlachten des Krieges und des Jahrhunderts geschlagen wurde. Je näher die Busse den Schlachtfeldern kamen, umso deutlicher wurden die Wunden, welche die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Franzosen und Deutschen in der Landschaft hinterlassen haben. Auch wenn diese durch Bäume und Vegetation weitgehend verdeckt sind, konnten man schon aus den Busfenstern viele große Krater, verursacht von Granateinschlägen und Laufgräben sehen. Auf den Höhen vor Verdun angekommen, teilte sich die Besuchergruppe auf. Während zwei Klassen zunächst den großen Friedhof und das Gebeinhaus aufsuchten, fuhr der Bus mit den anderen beiden 10er Klassen zum Fort de Vaux um es zu besichtigen.

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Beide Orte vermitteln noch heute das Grauen, das hier vor hundert Jahren geherrscht hat. So zeigen die unzähligen Kreuze auf dem französischen Soldatenfriedhof die menschenverachtende Kaltblütigkeit der Generäle, die ihre Soldaten immer wieder in das gegnerische Maschinengewehrfeuer schickten, wohl wissend, dass man höchstens ein paar Meter erobern konnte. Bei genauerem Blick auf die Kreuze wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass überwiegend sehr junge Männer - manche kaum 20 Jahre alt - ihr Leben auf dem sogenannten „Feld der Ehre“ lassen mussten.

Auch der Besuch des Fort de Vaux vermittelte auf anschauliche Art die Grausamkeit des Krieges. Obwohl sich die Schülerinnen und Schüler im Unterrichtsgeschehen mit der Geschichte des Kampfes um diesen strategischen Punkt beschäftigt hatten, wurde anhand der Führung durch die engen Gänge des Forts erst deutlich, was die Besatzung, aber auch die Angreifer, durchmachen mussten. Kein Wasser, keine Nahrung, ständiger Granatbeschuss, unvorstellbare hygienische Bedingungen - kaum vorzustellen, wie man die „Hölle Verdun“ hier überleben konnte.

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Die Rückfahrt nach Birkenfeld verlief aufgrund der Eindrücke entsprechend nachdenklich und ruhig.

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